Ausgezeichnete Marketingkonzepte – Stevie Awards 2017

Die Stevie Awards zeichnen unternehmerische Leistungen in über 80 Kategorien in über 30 Branchen aus. Im Jahre 2002 wurden sie ins Leben gerufen und können sich mittlerweile zu den am meisten renommierten Business-Awards zählen. Awards werden unter anderem vergeben für die Kategorien Manager des Jahres, Produkt des Jahres und selbstverständlich auch Marketingkampagne des Jahres.

 

REIZPUNKT war dieses Jahr auch mit dabei. Unser Geschäftsführer Gundolf Hanke war in der Jury aktiv und durfte die besten Marketingkampagnen des Jahres bewerten. Bei der Bewertung von den Kampagnen ist natürlich auch bei uns viel kreativer Zündstoff hängen geblieben. Der Blogbeitrag bietet einen Einblick in die Kampagnen, die dieses Jahr bei den Stevie Awards Gold abgeräumt haben.

Berührende Aktivierungskampagne: Mit Irritation Aufmerksamkeit generieren

Die Initiative „Gemeinsam aktiv gegen Schuppenflechte“ möchte, Menschen, die an Schuppenflechte leiden, ein besseres Leben zu ermöglichen. Die Kampagne „Bitte berühren“ soll dazu beitragen. Die Ziele dabei waren eindeutig: Man möchte die Menschen auf die Probleme aufmerksam machen, die Personen mit Schuppenflechte ertragen. Ebenfalls werden Vorurteile und Berührungsängste abgebaut, da Berührung ein zentraler Bestandteil menschlicher Zuneigung ist. Außerdem fungiert die Aktion als Aktivierungskampagne. Die Kampagne ermutigt Betroffene dermatologischen Rat zu suchen. Denn viele, der von Hautproblemen betroffenen Patienten, resignieren nach jahrelanger Suche nach Besserung. Dabei bleibt die medizinische Entwicklung nicht stehen und neue Behandlungsmethoden könnten die Lösung für Betroffene sein.

Im Rahmen der Kampagne wurden Menschen, die an Schuppenflechte leiden, ganz bewusst so abgelichtet, wie es in der Werbung für Beauty-Produkte üblich ist. Dabei immer der Hinweis „Bitte berühren“. Durch die Kombination von Aufforderung und dem auf den ersten Blick optischen „Fehler“ auf der Haut, soll beim Betrachter ein irritierendes Signal entstehen. Dadurch erregt die Kampagne große Aufmerksamkeit. Betroffene sollen sich mit den Bildern identifizieren.

Screenshot der Kampagnenwebsite

Zentrum der Kampagne ist die Website: Sie stellt viele Services für Betroffene zur Verfügung, die den ersten Arztbesuch erleichtern. Eine Online-Hautarzt-Suche, Therapie-Abläufe und Tipps zur Vorbereitung für den Arztbesuch. Außerdem wird ein hoher Behandlungserfolg betont. 

App zum POS – Produktsuche per Smartphone

Das Unternehmen INVENTORUM hat eine App entwickelt, die es Unternehmen ermöglicht, Kunden die Verfügbarkeit von Produkten an einem POS in der Nähe anzuzeigen. Das Location Based System bietet für User die Möglichkeit, Produkte zu suchen und zeigt an, wo das gesuchte Produkt in der Nähe verfügbar ist. Darüber hinaus bietet die App noch viele Zusatzfunktionen, die neben Informationen zum jeweiligen POS wie Öffnungszeiten oder Telefonnummern auch den Online-Einkauf, eine Wegbeschreibung oder die Reservierung des Produkts beinhalten.

Das App-Konzept ist auf verschiedene Kategorien anpassbar. So ist es beispielsweise Marken möglich, diese App auf ihre Produkte anzupassen und so einen Service anzubieten, der die Bindung der Kunden an die eigene Marke auf Grund der Kauf-Erleichterung bestärkt.

AGENDA – BEWUSST ANDERS

AGENDA bietet Steuerberatungssoftware für Kanzleien an, die dort Lösungen verspricht, wo die Software der Konkurrenz den Kanzleien bis jetzt immer Ärger verschafft. Der größte Anbieter mit knapp 80% Marktanteil hat quasi eine Monopolstellung. Man steht also vor der großen Aufgabe, sich durch eine effektive Marketingkampagne von der Konkurrenz abzuheben. Und genau dort setzt die Idee von AGENDA an.

Screenshot der Landingpage

Eine Analyse des Umfelds hat gezeigt: Die Konkurrenz wirbt sehr konservativ und wenig kreativ. Die Entscheidung ist bewusst anders zu werben. Die Kampagne „Pain Points Project“ war geboren. Zur Verdeutlichung der Botschaft „Wer hat in Ihrer Kanzlei das Sagen?“ entwickelte man ein Keyvisual. Eine Voodoo-Puppe, die den Schmerz verdeutlicht, den die Kanzleien durch schlechte Steuer-Software ertragen müssen. Auf Mailings und allen Infomaterialien war das Keyvisual zu sehen.

Die Mailings gingen darauf ein, dass „Schmerzen“ den Alltag einer Steuerkanzlei kontrollieren, den die Software verursacht. Wer das Mailing bekam, wurde auf eine Landingpage weitergeleitet, auf welcher er einen eigens für die Kampagne entwickelten Comic zu sehen bekam. Es wurden bekannte Situationen eines Steuerberater-Alltags gezeigt,  in denen die Software streikt und das Geschäft aufhält. Hier konnte man sich ebenfalls ein detailliertes Infopaket über AGENDA zusenden lassen, in der auch die „echte“ Voodoo-Puppe mitgeschickt wurde. Insgesamt 4500 dieser Puppen wurde verteilt. Die Aktion führte zu einer Umsatzsteigerung von 16% und verdeutlicht, dass die Abgrenzung und Differenzierung von der Konkurrenz zu allererst durch offensives und kreatives Marketing geschieht.

Screenshot der Landingpage

 

*Bildquelle (Titelbild): 2015 Stevie Awards 0214, mikeg44311 , bearbeitet, bestimmte Rechte vorbehalten