Magisches Marketing – Wie der Einhorn Trend nach dem Internet jetzt den Point of Sale erobert

 


Da galoppieren sie auch schon weiter die Einhörner: Kaum ist der Trend in den sozialen Medien angekommen, geht es mit den bunt-schillernd-glitzernden Fabelwesen auch schon schnurstracks weiter in den Handel. Zahlreiche Marken und Supermärkte springen mit auf den Zug, Verzeihung, das Pferd, und starten VKF Aktionen zum Trend-Thema Einhorn. Virales Marketing von den sozialen Medien bis zum POS. Wir erklären, wie das Einhorn läuft.

Virales Marketing – Zurücklehnen für Werbemacher?

Social Media Plattformen ermöglichen unzählige neue Marketing- und Werbemaßnahmen. Virales Marketing ist hier eines der wichtigsten Vermarktungsinstrumente. Vergleichbar mit Mundpropaganda werden auch beim viralen Marketing persönliche Empfehlungen und emotionale Reaktionen zu einem Produkt von Kunde zu Kunde weitergegeben. Mit dem Unterschied, dass dieses „Weitersagen“ heute digital und vor allem in den sozialen Medien, wie Facebook, Instagram und Co., geschieht. Weiterempfohlen werden vor allem solche Produkte, die bei Kunden etwas auslösen, mit denen sie positive Emotionen verbinden. Unternehmen mit kleinen finanziellen Möglichkeiten, da hier der Kunde freiwillig zum Werbebotschafter wird.

Die Emotionen sind es auch, um die sich bei viralem Marketing alles dreht. Es geht nicht (nur) um Aufmerksamkeit für das Produkt, sondern vor allem darum, dass die Menschen freiwillig darüber reden. Und ist dieser Anfang erst einmal gemacht, verbreitet sich die Bekanntheit im besten Fall wie ein Lauffeuer. Eben viral. Problematisch dabei ist jedoch, dass sich virale Kampagnen nur schwer planen lassen. Emotionale Reaktionen der Kunden hängen von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie etwa dem Zeitpunkt, ab.  Trotzdem eignet sich diese Form des Marketings besonders für Unternehmen mit kleinen finanziellen Möglichkeiten, da hier der Kunde freiwillig zum Werbebotschafter wird.

Sportliche Marketing-Leistung: Von Rittern und Einhorn-Schokolade

Simsalabim! So schnell ging’s (um genau zu sein 24 Stunden) und Ritter Sports Schokoladensonderedition „Einhorn“ war ausverkauft. Und trotzdem leckten sich Einhorn- und Schoki-Fans weiterhin die Finger nach der weißen Schokolade mit Joghurt und Himbeer-Cassis-Geschmack. Denn das Marketing lief weiter: Das ganze Netz war begeistert und berichtete fröhlich über die Schokolade in der pinken Verpackung mit Glitzerregenbogen und Einhorn.

Denn: Der Vorrat war begrenzt. Zu kaufen gab es die süße Versuchung lediglich in Ritter Sports Online-Shop sowie am POS in den zwei Ritter Sport Shops. Wer eine Einhorn Schokolade sein Eigen nennen durfte, der musste diese Freude natürlich auch kundtun: Und zwar in den sozialen Medien. Fotos und andere kreative visuelle Darstellungsformen sorgten für große Aufmerksamkeit im Netz. Für Schoki und Marke.

Der Einhorn Virus: Vorteile von Marketing mit viralen Trends

Ritter Sport hat es also geschafft, mit einem einzigen Produkt und Multichannel Marketing die Fans online wie offline zu begeistern. Auch ohne Ritter Sports Eingreifen war die Einhorn-Schokolade dauerhaft im Netz präsent. Wie von alleine teilten die Nutzer Infos zum Produkt, da das Einhorn schlichtweg im Trend liegt. Jeder wollte mitreden. Jeder, der eine Schokolade ergattern konnte, konnte sich damit profilieren. Für Ritter Sport hieß dies: kostenlose Werbung mit maximalem Nutzen. Die meiste Reichweite wurde bei diesem Glanzbeispiel für virales Marketing durch die Kunden selbst generiert.

Die Verbindung aus Multichannel- und viralem Marketing machte Ritter Sports Einhorn Schokolade zum Top-Trend  – (nicht nur) im Netz. Dass die Schokolade nur in begrenzter Stückzahl und nur in den eigenen Shops vertrieben wurde, machte die Einhorn-Kampagne äußerst effizient.

Virales Marketing mit Ironie: Lidl lässt das Einhorn los

Ganz so jung und frisch ist der Einhorn-Trend also nicht mehr. Das stört Lidl jedoch nicht: Die Supermarktkette beweist auch aktuell noch, dass gutes Einhorn-Marketing funktioniert. Mit schrägen Bildern und verrückten Sprüchen zeigt Lidl im Spot für den Einhorn-Joghurt „Pinky Wonderland“, wie das gar nicht kitschige Lidl Einhorn – im Namen der schlafenden Tochter – den äußerst kitschigen Joghurt vor nächtlichen Heißhungerattacken des Papas verteidigt.

 

Lidl geht dabei ganz ironisch mit dem Einhorn-Trend um. Und die Facebook-Community liebt es: Das Video wird geteilt, was das Zeug hält. Verschiedenste Lidl-Einhorn-Gifs helfen bei der viralen Verbreitung. Und da dieses Produkt nicht nur in begrenzter Stückzahl am POS angeboten wird, hat sich Lidl sicher über einen Run auf seine Kühlregale gefreut.

Wie Lidl und Ritter Sport nutzen auch viele andere Händler und Marken den Einhorn-Trend für sich und entwerfen Special Editions alltäglicher Produkte, um so vom Trend zu profitieren. Immer mehr Handelsketten bieten mit ihren Hausmarken ein großes Einhorn-Sortiment an. Dazu gehören unter anderem Produkte wie Bockwürste, Bratwürste, Wurst, Ketchup mit Glitzer, Käse, pinkes Toilettenpapier mit Zuckerwatteduft, Seife, Kuchen, Muffins, Donuts, Waffeln, Likör, Milchmixgetränke aus der Einhorn-Dose, Schuhe, Schlappen, Kostüme, Duschvorhänge, Weingummi, Brotaufstrich, Schokolade und Duschgel. Die Liste verschafft einen Überblick über die verrückte Welt des Einhorns, ließe sich jedoch ewig so weiterführen. Durch eine gut sichtbare Sonderplatzierung des Themenstandes wird dann versucht, für mehr Abverkauf zu sorgen.

Aber egal, ob sie ein Einhorn loslassen oder vom Social Web an den POS bewegen wollen: Wir spielen Dompteur und unterstützen Sie mit der entsprechenden Marketing-Kampagne. Auch wenn aus den Einhörnern vielleicht irgendwann Flamingos werden. Zum Beispiel.