Die süßeste Versuchung des Marketing: Consumer Generated Products

Was Kunden wollen? Consumer Generated Products! Produkte, bei welchen Kunden von der Entwicklung bis zur Platzierung am POS aktiv beteiligt sind, geben eine Antwort auf diese – scheinbar – unlösbare Frage. Die Vorteile: Der Verkauf wird angekurbelt, als auch die Vorlieben der Konsumenten offengelegt.

Die Supermarktkette REWE macht mit ihrer #dubistzucker-Kampagne Experiential Marketing zum Trendthema 2018. Die erfolgreiche Marketing- und VKF-Strategie zeichnet sich nicht nur durch attraktive POS-Konzepte und spannendes Content-Marketing aus; der Hashtag „#dubistzucker“ sorgt inzwischen auf allen Kanälen – online sowie offline – für enormen Wiedererkennungswert der Kampagne.

Pudding-Power am POS

REWE sagt dem Zucker den Kampf an: Der Lebensmittelhändler will den Salz- und Zuckeranteil in 50% seiner Eigenmarken bis 2020 reduzieren. Den Anfang macht ein Schokopudding. Unter dem Kampagnennamen „Wie viel Zucker brauchst du noch“? bietet REWE seit Januar zum Preis von einem Euro ein Schokopudding-Bundle mit vier unterschiedlichen Zuckeranteilen an. Einmal Originalrezeptur, mit 20, 30 und 40 Prozent weniger Zucker.

Welche der vier Löffel-Leckereien am besten schmeckt, das entscheiden die Kunden, nachdem sie probiert haben, unter  https://wenigerzucker.rewe.de/ per Online-Abstimmung. Im Mai dieses Jahrs soll der Kundenfavorit dann dauerhaft in die Läden kommen. Die Onlineabstimmung ist zusätzlich mit einem Gewinnspiel verknüpft. Selbstverständlich fördert dies die Bereitwilligkeit der Kunden, an der Abstimmung teilzunehmen.

Broschüren, Postkarten und das Kundenmagazin der Supermarktkette „Frisch & Gut“ ergänzen den POS-Auftritt. Dadurch sorgt die Kampagne für hohe Sichtbarkeit und weckt das Interesse der Kunden Teil der Kampagne werden zu wollen.

Sobald der Kunde das Produkt kauft und sich darauf einlässt hat REWE das Ziel erreicht: Das Produkt wurde dann nämlich nicht nur verkauft, sondern der Kunde fühlt sich dem Unternehmen REWE näher.

#healthy #clever – REWE lässt Kunden Trends mitgestalten

Durch den Test lernen wir allerdings nicht nur mehr über unsere Geschmacksgewohnheiten, sondern auch etwas über gekonntes Marketing. Der Schokopuddingtest ist Teil einer großen Werbekampagne, in der sich die Supermarktkette nicht nur als kundennah, sondern auch als gesundheitsbewusst präsentiert.

Rewe hat um #dubistzucker herum eine erfolgreiche Marketing- und VKF-Strategie geschaffen: Über den Zuckeranteil in den Puddings abstimmen kann man auf der Aktionswebsite (und dabei auch noch Wellnessreisen gewinnen), die Interaktionen in den sozialen Medien laufen, der Auftritt auf der grünen Woche lief auch, einen TV-Spot zur Aktion und einen mit Thomas Müller gibt’s dazu, Verkostungsaktionen am POS machen Lust aufs Probieren. So kommuniziert das Unternehmen ein komplexes Thema auf positive Art und bindet den Kunden von Anfang an mit in den Veränderungsprozess ein.

Zahlreiche YouTube-Videos von interessierten Foodbloggern und Beiträge von Influencern auf Instagram zeugen von der hohen Reichweite und dem Erfolg dieser Kampagne.

Consumer Generated Products – Social Medias Liebling

Auch andere FMCG-Konzerne wie Nestlé und Unilever arbeiten schon seit Längerem an vergleichbaren Projekten. Diese halten sich bei der Kommunikation dieser Strategie gegenüber dem Endkonsumenten allerdings normalerweise zurück, da viele Kunden reduzierte Produkte mit weniger Aroma gleichsetzen.

Starbucks bediente sich ebenfalls dem Consumer Generated Products-Trend. Beim #WhiteCupContest konnten sich Kunden kreativ auf weißen Starbucks-Bechern ausleben. Sie posteten die bemalten Becher auf Instagram. Den meistgelikeden Becher brachte die Kaffeehauskette in die Läden. Positiven Social Media Traffic gab es für Starbucks automatisch dazu. Bei Coca-Cola lief’s ähnlich gut: Mit Kundennamen bedruckte Flaschen sorgten in der Kampagne „Share a Coke“ für gesteigerten Umsatz und Traffic in den Sozialen Medien.

Ich mach mir die (Einkaufs-)Welt, wie sie mir gefällt!

Consumer Generated Products sind sehr effektiv, da die Verbraucher nach ihren persönlichen Geschmacksvorlieben gefragt werden. Und um sich überhaupt eine Meinung zum Produkt bilden zu können, muss dieses natürlich auch gekauft und getestet werden.

So ist der Kunde Teil des Entscheidungs- und Entwicklungsprozesses der neuen „gesunden“ Kampagne und fühlt sich dem Unternehmen mehr verbunden.

Dabei liefert die Kampagne auch ein äußerst gelungenes Beispiel für das Trendthema Experiential Marketing. Denn die Teilnehmer der Abstimmung verkosten zwangsweise das Produkt und erfahren auf diese Weise eine engere Bindung zu dem Produkt. Das ist mehr als eine klassische Werbekampagne allein jemals leisten könnte.