Influencer Marketing im Einzelhandel – Die FMCG Branche profitiert

  • kundenLoyalität – der einsatz von influencer erfordert ein harmonisches gesamtkonzept mit den brand values eines unternehmens und den bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe

  • Kommunikationskanäle – die auswahl der plattform ist elementar für den kampagnen-erfolg und die damit verbundene Ansprache der zielgruppe

  • content auf augenhöhe – der zielgruppen-fokus ist entscheidend

Vorübergehender Hype oder etabliertes Tool im Marketingmix? Wen erreiche ich? Teenager, Mini-Millenials oder “richtige” Millenials? Ist das alles überhaupt noch glaubwürdig? Auch wenn Influencer Marketing zu den meist diskutierten Marketing Buzzwords der jungen Vergangenheit gehört, wirft es sogar 2019 noch grundlegende Fragen auf. Für uns ist besonders eine Frage interessant: “Wie verbinde ich erfolgreich Influencer, FMCG-Produkte und Point of Sale?”

Die unerschöpfliche Menge neuer Möglichkeiten schafft der FMCG-Branche viele Vorteile,  aber kennt aus den letzten Jahren einige Negativbeispiele, die ein schlechtes Licht auf Influencer Marketing geworfen haben. Immer noch zum Schmunzeln bringt uns @julesvogel, die gemeinsam mit Coral Waschmittel einen gemütlichen Tag im Bett verbringt.

Die drei Prinzipien des Influencer-Marketing

Obwohl wir einige Fehlschläge kennen, meist versursacht durch mangelnde Planung, sind die Chancen für Einzelhandel und FMCG-Branche unfehlbar. Ein Beispiel par excellence liefert der Star aller Influencer am POS, Bibisbeautypalace mit bilou, über die wir bereits berichtet haben.

Influencer Marketing vereint die drei wichtigen Marketingelemente von Morgen. Für Marken ist das besonders wichtig: Zielgruppen, die durch klassische Werbung fast nicht mehr erreichbar sind können durch Influencer Marketing angesprochen werden. Die eigene digitale Einflussnahme und das Vertrauen der jungen Generation in die Marke werden nachhaltig ausgebaut und gestärkt. Besonders interessant sind diese Effekte, da sie zwei der wichtigsten Marketingprinzipien für Konsumenten von Morgen darstellen. Das legen die Ergebnisse der Global Future Consumer Study nahe. Außerdem achten laut der Studie junge Kunden stark auf ein personalisiertes Angebot und sind zunehmend bereit, ihre Daten dafür preiszugeben. Allerdings ist bei Personalisierung von Werbung Fingerspitzengefühl gefragt: Charles Bahr (16), Gründer der Marketingagentur Tubeconnect Media und Teil der Zielgruppe, behauptet, dass die Generation Z möglichst “mainstream” angesprochen werden möchte. Der Grat zwischen gelungener Personalisierung und einer verfehlten Zielgruppe ist schmal. Faktenbasierte, professionelle Vorbereitung ist daher eine Voraussetzung zum Erfolg.

Facebook ist für Influencer-Marketing nicht geeignet

Die Wahl der Plattform entscheidet über Erfolg oder Misserfolg der Zusammenarbeit mit Influencern. Diese Erkenntnis überrascht nicht, sie wird allerdings oft nicht beachtet. Facebook, das größte soziale Netzwerk, entwickelt sich langsam zu einem “Seniorentreff”, der Anteil an Silver-Surfern (Internet-User über 60) steigt, folglich flüchten die jungen Generationen. Und wohin flüchten sie? Zu Netzwerken wie Instagram, Snapchat und TikTok. Da genau die jungen Generationen auf die Meinung von Influencern vertrauen, muss Influencer Marketing auf diesen Plattformen stattfinden.

Wissen ist die Grundlage von erfolgreichem Influencer Marketing

Sobald passende Rahmenbedingungen geschaffen sind, muss der Content überzeugen. Hier muss man sich wieder einige Fragen stellen. Werbe ich mit dem richtigen Influencer? Wie viel Freiraum kann ich dem Influencer gewähren ohne die Kontrolle über meine Kampagne zu verlieren? Wie sorge ich dafür, dass meine Kampagne nicht als Shitstorm endet? Fundierte Kenntnisse über relevante Interessen und geeignete Influencer der Zielgruppe bilden dabei eine solide Handlungsbasis für jedes Konzept. Gelingt es einem Unternehmen die Chancen des Influencer Marketing für sich zu nutzen, kommt die Belohnung in Form anhaltender Glaubwürdigkeit und eines nachhaltig etabliertem Image.

Best Case: Schwarze Pizza von YouTuber Luca

Der Pizzaproduzent Gustavo Gusto hat sich bereits letztes Jahr mit dem YouTuber und Influencer Luca zusammengetan. Zusammen haben sie die Pizza Luca entwickelt, letztes Jahr gab es die erste Version als einfache Pizza Margeritha, dieses Jahr gibt es die Pizza Luca 2.0 als schwarz gefärbte Pizza mit Prosciutto.

Schon alleine das außergewöhnliche Produkt lockt eine aufgeschlossene Zielgruppe an, die ständig auf der Suche nach neuen Reizen ist. Außerdem ist die fancy Verpackung auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet. Slogans wie “Ein Leben ohne Pizza ist wie ein Leben ohne Leben” auf den Verpackung wecken das Interesse der Social Media Generation. Damit die Fans auch am POS sein Produkt erkennen, prangt das Logo des YouTubers unübersehbar auf der Verpackung. Online begleitet der Influencer die Aktion mit Videos auf seinem Kanal.

Der gelungene Mix gut durchdachter Komponenten zeigt seinen Erfolg – abgesehen davon, dass die Aktion dieses Jahr zum zweiten Mal stattfindet, wurden über eine Millionen Produkte deutschlandweit verkauft.

Best Case: Douglas lässt dich küssen wie ein Influencer

Douglas hat letztes Jahr durch die Kampagne #doitforyou große Beliebtheit in der jungen Zielgruppe gewonnen. Denn die Zusammenarbeit mit den Instagram-Bekanntheiten Pamela Reif und Farina Opoku sowie YouTuberin xLaeta führte zu drei limitierten Kiss Kits, also drei Paketen, die von den Influencern individuell zusammengestellt wurden. Das Ziel, in jüngeren Generationen als cool angesehen zu werden, ist erreicht.

Der Erfolg zur Kampagne rund um den Weltfrauentag 2018 wird erst in Zahlen richtig deutlich. Online wurden 60% mehr Bestellungen aufgegeben als gewöhnlich, die Pakete waren innerhalb von 24 Stunden ausverkauft. Auch im Store waren die Effekte deutlich messbar: Die Besucherfrequenz am Point of Sale ist durch die Aktion um 10% gestiegen, nach kurzer Zeit waren die Aktionspackungen nur noch in wenigen Filialen erhältlich. Das Ziel der Aktion ist erreicht: Douglas konnte seine Marke in der jungen Zielgruppe als “cool” etablieren.

Best Case: ALDI schwört auf die Familie

Über die Macht der Familie wissen wir spätestens seit dem Film “der Pate” bestens Bescheid. Wenn auch mit anderer Schwerpunktsetzung, will Aldi ebenfalls von den Vorteilen einer Familie profitieren. Denn Anfang April verkündete das Unternehmen die Gründung der Aldi Family. Die Influencer-Familie besteht aus den beiden Foodbloggern Kathrin Runge und Christiane Emma Prolic, dem Lifestyle-Influencer-Paar Maren und Tobias Wolf sowie Clea-Lacy Juhn, der Bachelor-Gewinnerin des Jahres 2017.

Unter dem Hashtag #aldifamily werden die Influencer nun regelmäßig über Aktionen von ALDI bloggen. Die gesamte Aktion von Aldi ist ein „outstanding move“, um präzises Targeting im Bereich Food und Lifestyle mit hoher Reichweite zu kombinieren, der bis jetzt noch keinem Discounter oder gar Einzelhändler in Deutschland gelungen ist. Zusammen mit dem vertrauensfördernden Familienbegriff schöpft das Unternehmen ab jetzt aus dem Goldtopf des Influencer Marketings. Die erste geplante Aktion ist eine Fortsetzung der YouTube-Serie  „ALDIlicious – die große Kochchallenge“, die bereits im Dezember erfolgreich in einem ersten Versuch angelaufen ist.

Influencer-Marketing bringt’s richtig, wenn man’s richtig bringt

Kurz und knackig kann man den Sinn dieses Artikels wohl so in einem Satz zusammenfassen: Influencer Marketing hilft bei der Etablierung einer authentischen Brand, deren Relevanz vor allem in der jungen Zielgruppe aktuell hoch und perspektivisch rasant steigend ist.

Wer die wichtigen Kriterien beachtet und gleichermaßen glaubwürdige als auch kreative Inhalte verbreitet, sollte Influencer als Marketingtool in seinen Marketingmix etablieren.

Interessiert? Sieh‘ dir doch mal unseren Case an, für den wir einen Influencer an den POI gebracht haben.